Sind Gefuhle fur Manner immer noch eine Herausforderung?Wir kennen sie, die schweigenden Manner. Manner, die nicht uber ihre Emotionen sprechen konnen oder sprechen wollen. Und wenn sie Gefuhle zeigen, dann vor allem typisch mannliche Emotionen wie Wut oder Stolz, aber nur selten tiefe Trauer, ausgelassene Freude oder verletzliche Liebe.Auch nach weit uber hundert Jahren Feminismus wird die mannliche Unfahigkeit, mit Gefuhlen umzugehen, von Frauen und queeren Personen beklagt. Denn sie mussen die emotionale Arbeit leisten, die sich Manner untereinander verweigern. Doch auch die Manner zahlen einen hohen Preis fur die Verkummerung ihres Gefuhlslebens: Ihre Einsamkeits- und Suizidraten liegen deutlich uber dem Durchschnitt von Frauen.Als Ursache fur die Misere wird das Patriarchat ausgemacht, all men werden zur Veranderung gerufen, und solche Begriffe aktivieren uns fur feministische Kampfe. Doch eine vorschnelle Verallgemeinerung ubersieht die vielschichtigen Verbindungen von Gefuhlen und Mannlichkeit, die dazu fuhren, dass wir immer noch nicht emotional auf Augenhohe sind.Fundiert und differenziert liefert Ole Liebl eine schonungslose Analyse, die trotzdem an die Gemeinschaft aller Geschlechter appelliert.