Was damit vorliegt, ist ein einzigartiges Dokument, der Bericht eines sensiblen, hypernervosen und letztlich leidenden Menschen, der sich zerrieb. Hanns-Josef Ortheil in Die Zeit Am 22. April 1830 brach August von Goethe, des Sohn des Weimarer Dichterfursten, im 40. Jahr seines Lebens von Weimar auf, um wie Vater und Grovater Johann Caspar, nunmehr sein Italien zu entdecken. Er will nicht mehr am Gangelbande wie sonst geleitet seyn, aber gehorsam folgt er dennoch den ubermachtigen Spuren, die ihn am 16. Oktober in die Tiberstadt fuhren. Zehn Tage sind ihm zum Kennenlernen und fur Ausfluge vergonnt, am 29. des Monats wird er seitlich der Pyramide des Cestius auf dem Fremden-Friedhof begraben. Erst 1999, einhundertneunundsechzig Jahre spater, erschien die beeindruckende Edition seiner Aufzeichnungen: Tagebucher und Briefe nebst Texten aus dem Umfeld, sorgfaltig aus den Handschriften aufbereitet und kommentiert. Dies ist die erste Taschenbuchausgabe, und bei dtv liegen nun alle Italienischen Reisen der Familie Goethe vor eine kleine Sensation.